Der Vorstand ist stolz auf 10 Jahre, in denen mit dem Verein Handycap viel geschafft wurde. Rund 120
 Wünsche mit 250.000 Euro Spenden wurden erfüllt.

 

Geisweid. „Mit solch einem Erfolg hätten wir nicht im geringsten gerechnet. Es ist unglaublich, dass wir jetzt schon 10 Jahre bestehen und einen Betrag von rund 250.000 Euro für behinderte und erkrankte Kinder aufbringen konnten“, sagt Wolfgang-Michael Wagner von dem gemeinnützigen Verein „Handycap“.

 Vier Jahre lang hatte es gedauert bis der Verein „Handycap“ für behinderte und unheilbar erkrankte Kinder und Jugendliche am 18. Dezember 2007 in Siegen gegründet werden konnte.

Wie es dazu kam, erzählt die heute 2. Vorsitzende des Vereins, Petra Wagner: „Als qualifizierte und anerkannte Tagesmutter bekam ich im Jahr 2003 den kleinen Justin, damals 8 Monate alt, als Pflegekind vom Jugendamt der Stadt Siegen vermittelt. Schnell stellte sich heraus, dass es sich bei ihm um kein gesundes Kind handelte. Ich nahm die Herausforderung an, ohne wirklich zu wissen, was da alles auf mich zukommt“, sagte Petra Wagner. Tatkräftig nahm sie mit Justin an den verschiedenen Therapieformen wie Krankengymnastik, Früh- und Sehförderung teil. „Ich war froh und ein wenig stolz darauf, dass er hervorragende Fortschritte machte. Doch leider fehlte für spezielle Fördermittel das nötige Kleingeld. Ohne lange darüber nachzudenken, machte ich im Dezember 2003 einen Spendenaufruf in der Öffentlichkeit – und war überwältigt von der großen Spendenbereitschaft“. Mit drei Jahren bekam Justin dann einen Platz in einem Integrationskindergarten. Petra Wagner lernte verschiedene Familien kennen, deren Kinder ebenfalls ein Handicap hatten. Die Erkenntnis darüber, dass selbst ein einzelner schon so viel für ein krankes Kind bewirken kann, brachte sie zu der Überlegung, um wie vieles mehr doch eine Gemeinschaft für viele solcher kranken Kinder hier in Siegen erreichen könnte.

So war die Idee zur Gründung geboren und der gemeinnützige Verein „Handycap“ für schwerstbehinderte Kinder wurde als Verein eingetragen. Schon ein Jahr später wurde die Gemeinnützigkeit anerkannt und der Verein sammelte fleißig Spenden. Und schon 2009 konnte das 100. Mitglied die Beitrittserklärung für den Verein ausfüllen.

Insgesamt wurden in den vergangenen 10 Jahren rund 120 Wünsche verwirklicht, wobei ein Spendenvolumen von 250.000 Euro verbraucht wurde. Derzeit besteht der Verein „Handycap“ aus rund 180 Mitgliedern. Der Vorstand setzt sich wie folgt zusammen: Wolfgang-Michael Wagner (1. Vorsitzender), Petra Wagner (2. Vorsitzende) sowie den Vorstandsmitgliedern Norbert Kiefer, Angelika Willike, Melanie Schäfer und Thomas Trapp. Viele Wünsche konnten bisher erfüllt werden. „Den dicksten Brocken zu bewältigen hatten wir, als wir für ein behindertes Kind ein Treppenplattforum (Lift) bauen lassen mussten. Hier schlugen die Kosten gleich mit 43.000 Euro zu Buche“, so Wagner. Auch der ungewöhnlichste und schwierigste Wunsch wurde erfüllt: Ein 9-jähriges Mädchen wollte gerne einmal die Biathletin Magdalena Neuner aus Wallgau im Mittenwald kennenlernen. Hier hatte der Verein erst einmal Kontakt zum heimischen Fanclub in Wallgau aufnehmen müssen, dieser stellte wiederum einen Kontakt zum Vater von Magdalena Neuner her. Und tatsächlich konnte der Besuch möglich gemacht werden. Der Verein erfüllt Kinderwünsche, bietet kostenlose Reikibehandlungen und stundenweise Kinderbetreuung an. Er bietet Hilfestellung in vielerlei Hinsicht undweiß: „Nicht behindert zu sein ist kein Verdienst, sondern ein Geschenk, dass uns jederzeit genommen werden kann“.

Info: Spenden an: Verein Handycap Siegen; Sparkasse Siegen; IBAN:DE87460500010030074355

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